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Präzisa Kunstkautschukwaren Betriebsgesellschaft mbH

IM DIALOG mit Präzisa

 

Präzisa Kunstkautschukwaren Betriebsgesellschaft mbH ist ein weltweit liefernder Produzent von Elastomerprodukten. Die vielfältige Produktpalette findet sich vorwiegend in Branchen wie Medizin, Sicherheitstechnik, Luftfahrt und Baby Care wieder.

Herr Ferlemann, erzählen Sie uns doch bitte, weshalb Sie sich mit dem Thema  Automatisierung bei Präzisa auseinandersetzen.

Mike Ferlemann: Unser Standort ist sehr geprägt vom Tourismus und die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern gestaltet sich oft schwierig. Die Anziehungskraft größerer Städte wie Hamburg oder Lübeck tun ihr übriges. Demzufolge mussten wir uns etwas überlegen und haben früh begonnen, den fehlenden Zulauf mit Hilfe der Automatisierung zu kompensieren. Was die aktuelle Anlage betrifft, so ist die Situation allerdings eine andere. 

Wir erhielten eine Anfrage für eine Stückzahlerhöhung seitens des Kunden. Es handelt sich dabei um die Produktion von Schutzmasken. Diese haben wir zuvor auf einer teilautomatisierten Maschine produziert. Und da uns DESMA bei der Anfrage umgehend und professionell Unterstützung leisten konnte, lag es nahe, auch dieses Vorhaben mit DESMA durchzuführen. 

Beschreiben Sie mir bitte den Projektverlauf

Wie erwähnt handelt es sich bei dem Produkt um Schutzmasken. Sie können sich vorstellen, wie kritisch es war, das Bestandswerkzeug  aus der laufenden Produktion zu nehmen und zum Einpassen auf die neue Maschine nach Fridingen zu verschicken. Wir mussten schließlich unsere Lieferzusagen selbstverständlich einhalten. 

DESMA hat dafür ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt und die unabdingbare Zuverlässigkeit akribisch dargestellt hat. Dadurch hatten wir Vertrauen und waren überzeugt, dass das Werkzeug wieder pünktlich zur weiteren Produktion bereitsteht. 

Skeptisch waren wir allerdings noch bei der Berechnung der zu fertigenden Stückzahlen. 

Denn auf der teilautomatisierten Anlage hat ein Werker die Masken manuell entformt und konnte dabei immer zwei Stück gleichzeitig entnehmen. Die vollautomatisierte Entformung sah jedoch nur die einzelne Entnahme pro Maske vor und man hat mit einem geringerem Output gerechnet – das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Mike Ferlemann, Fertigungsleiter Gummi/HTV

Können Sie mir das etwas näher erläutern? 

Nun, bei unseren Produkten darf man nicht vergessen, dass es sich um hochsensible Teile handelt. Vollautomatisierung bedeutet deshalb Produktionskontinuität. Unsere erste Priorität lag natürlich darauf, die Ausbringung zu erhöhen - doch unmittelbar steht auch das Erreichen der gleichbleibende Qualität. 

Wenn man 3-Schicht fährt hat man am Ende des Tages 3 verschiedene Qualitäten. Das hat mit unterschiedlichen Zykluszeiten, Geschwindigkeiten, Vorlieben des Menschen vor Ort und vielen weiteren Variablen zu tun. Automatisierung bringt Produktionssicherheit. Da gleicht ein Ei dem anderen und ist oberste Prämisse bei einer vollautomatisierten Fertigung. Alleine auf eine Erhöhung der Stückzahlen zu schielen ist nicht genug. Die erhöht sich um 15-20%. Doch durch weniger Ausschuss und einer kontinuierlichen Qualität steigt die Anzahl gewonnener Gutteile an. Durch die Koexistenz von Stückzahl und Qualität kommt am Ende des Tages einfach mehr heraus. 

Es gibt noch einen weiteren Synergieeffekt, den ich erwähnen möchte. Unsere Branche arbeitet nun einmal mit einem Werkstoff, der nicht oder nur in Teilen recyclen lässt. Die Ressource aus der Natur ist weg. Eine höhere Qualität bedeutet deshalb auch, weniger dieser wertvollen Ressource zu verbrauchen. 

[Red.: evtl. Hinweis auf den Einsatz von ZeroWaste?]

Das klingt sinnig. Gab es auch kritische Momente im laufenden Projekt?

Natürlich gibt es in Projekten wie diesen auch schwierige Situationen, die ungeplant nicht so laufen, wie gedacht. Das ist allerdings nichts Schlechtes an sich. Ich sehe das als eine Aufgabe, die man gemeinsam bewältigen muss. Projekte, die von Anfang an funktionieren, wo alles reibungslos abläuft gibt es wenig. Fehler bergen die Chance auf Weiterentwicklung und damit Fortschritt. Und Fortschritt führt in aller Regel zum Erfolg. Man muss sich an Aufgaben messen, idealerweise geschieht das im Team. 

Was war noch ausschlaggebend für die Zusammenarbeit mit DESMA?

Dass wir hier nicht mit einer Flut an Fachkräften glänzen können hatte ich bereits erwähnt. Wir brauchten deshalb auch eine Gesamtlösung aus einer Hand, weil wir hier am Standort nicht über die Fachkapazitäten für die Robotik verfügen. 

Der geplante Handlingsvorgang und die damit verbundene Roboterprogrammierung war aus unserer Sicht besonders kompliziert. Vor allem eine besondere Bewegung, die der Roboterarm ausüben sollte, bereitete uns einige Anstrengung. Der zuständige DESMA Mitarbeiter hat uns allerdings früh signalisiert, dass die Programmstrukturen bereits so gestaltet seien, dass unser Request problemlos umsetzbar sei. Allein für diese Lösung hätten wir 2 Mitarbeiter benötigt. 

Natürlich war es uns auch wichtig, dass die Anlage störungsfrei läuft und wir sie, sollte eine Störung anliegen, in Eigenregie wieder zum Laufen bringen können. Da benötigen wir jemand der permanent Gewehr bei Fuß steht und uns umgehend unterstützt. Und das kann DESMA abbilden, ich spreche hier aus eigener Erfahrung. 

Mein Kollege hatte Urlaub und die Anlage stand. Daraufhin habe ich unseren Ansprechpartner bei DESMA angerufen und ihm die Situation geschildert. Nur wenig später erhielt ich einen Anruf eines Servicetechnikers aus Fridingen. Der hat mich buchstäblich an die Hand genommen und durch das Robotikprogramm geführt. Mit nur einem Anruf, zwei, drei Messenger-Bildern, die wir hin und hergeschickt haben und ein paar guten Tipps, seitens des Servicetechnikers ging die Anlage nach weniger als 30 Minuten wieder in Produktion und bei mir beide Daumen hoch.

Gibt es weitere Automatisierungspläne und was ist dafür ausschlaggebend?

Daraus folgt natürlich ein „Ja, wir machen weiter“. Die nächste Anfrage nach einer Vollautomatisierung haben wir bereits gestellt. Wir sind dabei der Initiator der Idee, stelle mündlich mein Lastenheft vor und erhalte von DESMA Vorschläge, wie das am besten zu realisieren ist. Wir geben dabei nicht die Verantwortung ab, sondern DESMA übernimmt proaktiv die Verantwortung und unterstützt uns in allen Belangen. Diese Erfahrung haben wir in der bisherigen Zusammenarbeit gemacht.

Wie lautet Ihr persönliches Resümee?

Wir haben immer daran geglaubt und waren überzeugt, dass das Konzept funktioniert. Es gab vorher keinerlei Simulation. Nur durch die gemeinsame Erfahrung, dem Vertrauen und dem unbedingten Wille etwas derartiges umsetzen zu wollen, haben wir das Projekt innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen und unsere Lieferzusagen erfüllt. Ich erinnere mich noch gut daran,als ich das erste Mal hörte, dass das Werkzeug in Fridingen funktioniert. Da hab ich mir sofort ein Video schicken lassen. Das war ein echter „Wow-Moment“ – dafür stehen wir hier jeden Tag gerne auf.

Ganz besonders in Zeiten wie diesen, sind wir uns hier bei Präzisa sehr über unsere Verantwortung bewusst und helfen mit unseren Mitarbeitern und Produkten wo wir können. Die Automatisierung unterstützt uns bei diesem so wichtigen Engagement.

Schutzmasken-Inlays unmittelbar nach Spritzgießvorgang
Vollautomatische Entformung eines Schutzmasken-Inlays
Produktionsmitarbeiterin Janina Weichel an der D 968.400 B-750